Ergotherapie

 

Was ist Ergotherapie für Babys und Kinder?

Ergotherapie unterstützt Kinder dabei, Fähigkeiten zu entwickeln ihren Alltag selbstständig, erfolgreich und glücklich zu meistern, um ihn mit Freude wahrzunehmen und mit Selbstvertrauen durchs Leben zu gehen.

Dies wird erreicht durch Verbesserung der

  • sensomotorischen Fähigkeiten (Beweglichkeit, Koordination, Gleichgewicht, Grafomotorik, Körperwahrnehmung …)
  • kognitiven Fähigkeiten (Konzentration, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache, Orientierung …)
  • sozial-emotionalen Fähigkeiten (Selbstvertrauen, Kreativität, Eigeninitiative, Kommunikation, Frustrationstoleranz, Regelverständnis …).
     

"Hilf mir, es selbst zu tun (...)." (Maria Montessori)

 

Was erwartet mich in der Ergotherapie?

Die Kinder werden im freien Spiel und bei gezielten Aufgaben beobachtet. Daraus und aus den Ergebnissen standardisierter Tests sowie den Informationen der Eltern als Experten für ihr Kind, wird aufbauend auf gemeinsam festgelegte Ziele ein individueller Behandlungsplan entwickelt.

Nach der Begutachtung und einem ausführlichen Elterngespräch startet (wenn sinnvoll und notwendig) die Therapie. Diese findet gewöhnlich 10x je einmal wöchentlich statt und dauert meistens 60 Minuten. Gemeinsam wird gespielt, geturnt, gespürt und gehandelt – um Schritt für Schritt auf den Grundlagen aufzubauen und neue Fähigkeiten zu entwickeln.

Als Ergotherapeutin versuche ich die Kleinen immer in ihrer gesamten Lebenssituation zu erreichen. Daher ist die enge Zusammenarbeit mit Eltern und anderen Bezugspersonen, sowie Kindergärten und Schulen wesentlicher Bestandteil der Therapie, um einen Transfer des Therapieerfolges in den Alltag zu ermöglichen und dessen Nachhaltigkeit sicherzustellen.

 

Wann ist Ergotherapie sinnvoll?

Sind Kinder in ihrer Alltagsbewältigung eingeschränkt oder in ihrer Entwicklung gegenüber Gleichaltrigen auffällig, kann Ergotherapie unterstützen gezielt neue Fähigkeiten zu entwickeln. Manchmal merken die Eltern, oder die Kinder selbst, dass etwas anders ist. Oft liefern auch PädagogInnen in ihrer täglichen Arbeit mit Kindern, den ersten Anstoß dafür, dass Kinder wichtige Entwicklungsstufen noch nicht erreicht haben. Auf jeden Fall lohnt sich bei Unsicherheit die Kontaktaufnahme zu einer ErgotherapeutIn – gerne bin ich dafür Ihre Ansprechpartnerin.

Ergotherapie kann empfehlenswert sein, bei z.B. folgenden Beobachtungen im Alltag:

Mein Kind …

  • ist sehr ungeschickt oder tollpatschig.
  • wirkt oft grob, wild und unbeherrscht.
  • ist immer auf dem Sprung und nützt jede Gelegenheit um sich zu bewegen.
  • vermeidet Bewegungsspiele wie Schaukeln, Rutschen, Balancieren und Klettern.
  • wirkt schwach und energielos, liegt viel herum und zeigt kaum Motivation seine Umwelt zu erforschen.
  • malt und bastelt nur sehr ungern.
  • beobachtet lieber als selbst aktiv zu sein.
  • ist sehr ängstlich oder zurückhaltend.
  • findet nur schwer Freunde oder hat Schwierigkeiten sich in eine Gruppe einzufügen.
  • hat Schwierigkeiten bei Alltagsaktivitäten wie An-/Ausziehen, Waschen, Umgang mit Besteck, Verschlüssen oder Werkzeug.
  • schreit und weint beim Baden, Haare waschen, Nägel schneiden oder Zähneputzen.
  • spielt immer nur mit denselben Spielsachen und weiß mit neuen Dingen wenig anzufangen.
  • macht oft Spielsachen kaputt und spricht undeutlich.
  • zeigt starke Emotionen.
  • hat Schwierigkeiten bei Veränderungen und mit neuen Situationen.
  • kann sich nicht gut alleine beschäftigen, braucht immer jemanden zum vorzeigen.
  • kann sich nur schwer konzentrieren und lässt sich rasch ablenken.

 

Mögliche medizinische Zuweisungsgründe sind:

  • Entwicklungsverzögerungen
  • Störungen der Wahrnehmung und sensorischen Integration
  • Störung der Feinmotorik
  • Bewegungsstörungen oder motorische Behinderung
  • Angeborene Behinderungen (z.B. Fehlbildungen, Morbus Down …)
  • Sinnes- und Mehrfachbehinderungen
  • Chronische Erkrankungen
  • Verletzungsfolgen
  • Regulationsstörungen bei Säuglingen und Kleinkindern